Die HOCHDORF Swiss Nutrition AG, kurz HSN, blickt auf eine traditionsreiche und bewegte Unternehmensgeschichte zurück. Diese begann 1895 als Centralschweizerische Natur Milch Exportgesellschaft im luzernischen Hochdorf mit dem Ziel, sterilisierte Milch in Dosen zu verkaufen.
Zu Beginn des19. Jahrhunderts folgten die Produktion von Kondensmilch und Walzenmilchpulver für die Schokoladenindustrie sowie die Herstellung von Säuglings- und Kleinkindernahrung. Beide Geschäftsfelder prägen das Unternehmen bis heute. Der Fokus liegt inzwischen auf sicheren, verlässlichen und nachhaltigen Ernährungslösungen für eine moderne Gesellschaft, basierend auf bester Schweizer Milch und Molke, aber zunehmend auch auf alternativen und pflanzenbasierten Proteinen.
Hierzulande ist HOCHDORF insbesondere für seine Babynahrung unter der Marke BIMBOSAN bekannt, die der Hersteller ebenfalls für diverse internationale Marken entwickelt, produziert und vertreibt.
Rund 300 Mitarbeitende sorgen täglich dafür, dass die Produkte der HOCHDORF höchste Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit erfüllen. Unterstützt werden sie dabei von einer leistungsfähigen und stabilen IT, die von der klassischen, „bodenständigen" Betriebs-IT bis hin zu modernen Cloud- und Digitalisierungslösungen reicht.
Verantwortlich für die IT des weltweit tätigen Schweizer Traditionsunternehmens ist Kaspar Stiep, VP IT & Services. Der studierte Lebensmittelingenieur FH arbeitet seit über 20 Jahren für die HSN und kam über die Produktentwicklung, Qualitätssicherung und das Prozessmanagement in die IT. Daher kennt er das Unternehmen und seine Abläufe im Detail – was zentral ist, um die rund 14 verschiedenen Berufsgattungen im Unternehmen mit passenden IT-Services zu versorgen.
Die IT fungiert bei der HSN als verbindendes Element zwischen Verwaltung, Produktion sowie Logistik, und ist komplexer denn je. Mehr als 300 Clients, über 100 Server, drei Netzwerke und rund 100 Applikationen, von klassischen Office-Anwendungen bis hin zu spezialisierten Produktionssystemen, müssen zuverlässig betrieben werden und reibungslos funktionieren. Gleichzeitig gilt es, diese zunehmend vernetzte Umgebung wirksam vor Cyberbedrohungen zu schützen – aber dazu später mehr.
Eine Konstante in der IT der HSN ist, neben Kaspar Stiep, ebenso die WAGNER AG: Seit über 15 Jahren arbeiten der Milchveredler und der IT-Dienstleister zusammen. Eine Partnerschaft, die sich mit den technologischen Entwicklungen und betrieblichen Veränderungen kontinuierlich weiterentwickelt hat und laut Stiep von Vertrauen und grosser Flexibilität geprägt ist. „Die WAGNER AG versteht es sehr gut, rasch auf neue Anforderungen zu reagieren“, sagt er. Auch die Zusammenarbeit selbst hat sich verändert: Dank moderner Tools wie Microsoft Teams ist die Kommunikation transparenter und direkter geworden – und die beiden Unternehmen im Alltag dadurch näher zusammengerückt.
Die langjährige Zusammenarbeit bringt einen weiteren Vorteil: Die WAGNER AG kennt die spezifischen Bedürfnisse und Eigenheiten der HSN sehr gut. Folglich hat man zuletzt nicht lange überlegt, an wen Service Desk und Support der Büro-IT ausgelagert werden sollen. Im Vordergrund stand vor allem die Kontinuität, insbesondere für die Nutzerinnen und Nutzer, die weiterhin einen zentralen Ansprechpartner haben sollten. „Umso glücklicher waren wir, dass die WAGNER AG diese Herausforderung angenommen hat“, erklärt Stiep. Der Entscheid zur Auslagerung ist eng mit einer Transformation der HSN verbunden. Die neuen Anforderungen an die interne IT hätten den Betrieb eines eigenen Service Desks zunehmend erschwert, meint Stiep.
Umso glücklicher ist er, dass das neue Setup funktioniert. Das Incident Management funktioniere bereits sehr gut, bei der Bearbeitung von Requests gebe es hingegen noch Verbesserungspotenzial. Das sei jedoch wenig überraschend. Gerade für externe Supportorganisationen sei es sehr anspruchsvoll, die Vielzahl unterschiedlicher Anfragen korrekt zu verstehen und effizient zu bearbeiten. "Der Aufbau entsprechender Serviceprozesse benötigt Zeit", weiss Stiep.
Neben der Unterstützung via Telefon, E Mail oder Support-Portal stellt die WAGNER AG für die HSN ebenfalls einen Vor Ort Support sicher. Um eine vergleichbare Abdeckung und Qualität intern selbst zu gewährleisten, müsste die HSN laut Stiep mindestens zwei zusätzliche Mitarbeitende einsetzen – inklusive Koordination und Abstimmung mit externen Partnern wie der WAGNER AG. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Pikett-Organisation der WAGNER AG: Im Bedarfsfall steht rund um die Uhr (7×24) ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.
Noch im Aufbau befindet sich die Integration der IT Service Management-Lösungen beider Unternehmen. Zwar tauschen die Systeme bereits Tickets aus, was den Alltag deutlich erleichtert, eine vollständige Integration ist jedoch noch nicht erreicht, meint Stiep. Technologisch wären die Voraussetzungen vorhanden, die Herausforderungen liegen vielmehr auf der prozessualen Ebene. Das unterstreicht für Stiep einmal mehr den Grundsatz: "Prozess vor Tool".
Generell bewegt sich das IT Service Management bei der HSN in einem Spannungsfeld. Als innovatives, produzierendes und international tätiges KMU ist das Unternehmen darauf angewiesen, Prozesse sauber und effizient abzubilden, ohne dabei an Flexibilität zu verlieren. Genau diese Balance weiterzuentwickeln, bleibt in Zukunft eine zentrale Aufgabe für Stiep und sein Team.
Standardisieren und auslagern, um zu fokussieren
Durch die bereits angesprochene Unternehmenstransformation entschloss sich die HSN nicht nur den Service Desk und Support der Büro-IT, sondern zusätzlich weitere IT-Standard-Services wie etwa das gesamte Workplace Management auszulagern. "Das ermöglicht es uns, uns noch stärker auf unser Kerngeschäft, unsere Business-Anforderungen und die technische IT vor Ort zu konzentrieren", erklärt Stiep. Im Hintergrund stellt heute das erfahrene Smart Working Team der WAGNER AG im Rahmen ihres Workplace as a Service den Betrieb und die Weiterentwicklung des digitalen Arbeitsplatzes für rund 300 Mitarbeitende sicher.
Der Fokus im Client Management liegt auf Standardisierung, Mobilität und Sicherheit. So wird bei der HSN ausschliesslich mit Notebooks eines einheitlichen Modells aus der HP EliteBook Serie gearbeitet. Dieses klare Gerätekonzept vereinfacht nicht nur den Betrieb und Support, sondern bildet zugleich die Grundlage für ein durchgängiges Sicherheitsniveau. Der Zugriff auf das Firmennetz erfolgt ausschliesslich über verwaltete Firmengeräte, während Ausnahmen klar definiert und kontrolliert sind.
Die WAGNER AG begleitet ihren langjährigen Kunden ferner auch in Planung, Beschaffung, Rollout und Lifecycle-Management der Geräte. Neben dem Vor-Ort-Support sorgt insbesondere die Kombination aus operativer Unterstützung und projekterprobter Erfahrung für Mehrwert: Erfahrene Projektleiter und Einkäufer bringen Best Practices ein, helfen bei der Lösung von Sonderfällen und unterstützen das interne Team der HSN gezielt beim Aufbau von Know-how.
Während die Zusammenarbeit im Support- und Client-Umfeld vergleichsweise „jung“ ist, geht die Unterstützung im Backend viele Jahre bis in die Anfangszeit der Partnerschaft zwischen HSN und WAGNER AG zurück. Inzwischen setzt man auf ein hybrides Betriebsmodell aus einer Private Cloud in den Datacentern der WAGNER AG und der Public Cloud. Dahinter steht ein pragmatischer Ansatz: Anwendungen und Systeme werden je nach Anforderungen dort betrieben, wo es am meisten Sinn ergibt. Während geschäftskritische oder spezifische Lösungen, die sich nicht ohne Weiteres in die Public Cloud verlagern lassen, weiterhin in einer kontrollierten Umgebung betrieben werden, nutzt man gleichzeitig gezielt die Vorteile moderner Cloud-Services wie beispielsweise Microsoft 365.
Mit dem aktuellen Setup zeigt man sich bei HSN grundsätzlich zufrieden. Der Betrieb läuft gemäss Stiep stabil, die Zusammenarbeit mit der WAGNER AG ist eingespielt und funktioniert zuverlässig. Gleichzeitig ist klar, dass hier Weiterentwicklung notwendig bleibt, insbesondere im Hinblick auf die verstärkte Nutzung von Cloud-Services und die fortschreitende Digitalisierung. Daher versteht man das hybride Modell nicht als Endzustand, sondern als bewusst gewählte Grundlage, die sich mit den Anforderungen des Unternehmens weiterentwickelt.
Schutz der "Kronjuwelen"
Ein stabiler IT Betrieb ist im industriellen Umfeld entscheidend, gleichzeitig rückt das Thema IT Sicherheit nicht erst seit gestern zunehmend in den Fokus. Besonders schützenswert sind bei der HSN die von Stiep bezeichnenderweise auch als „Kronjuwelen“ betitelten, kritischen Produktionssysteme. Diese müssen konsequent vor Cyberangriffen geschützt werden.
Die IT übernimmt dabei eine Schlüsselrolle, insbesondere beim Schutz vor externen Zugriffen, der Segmentierung und Absicherung der Netzwerke sowie der Verbindung zwischen klassischer IT und Produktions-IT (OT). Die WLAN-Infrastruktur wurde wie die gesamte Firewall-Umgebung erst kürzlich durch die WAGNER AG erneuert – und werden bewusst nur dann angepasst, wenn es wirklich notwendig ist. „Ich würde nie ein Netzwerk anfassen, das stabil läuft", meint Stiep, der den Netzwerkbetrieb als „Nervensystem“ des gesamten Unternehmens bezeichnet. Insofern hat die angesprochene Stabilität oberste Priorität.
IT-Security selbst versteht Stiep jedoch nicht als einmalige Massnahme, sondern als kontinuierlichen Prozess. Aktuell investiert die HSN unter anderem in die Vereinheitlichung des Security-Monitorings. Ziel ist es, eine zentrale Plattform zu schaffen, auf der alle sicherheitsrelevanten Ereignisse in Echtzeit sichtbar werden, unabhängig davon, ob sie aus der Office-IT oder aus der Produktionsumgebung stammen. Damit wird die Grundlage geschaffen, um schneller auf Vorfälle reagieren und Zusammenhänge besser erkennen zu können.
Ein wesentlicher Baustein ist zudem die Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Neben technischen Schutzmechanismen investiert HSN gezielt in die Awareness und den Aufbau einer unternehmensweiten Sicherheitskultur. Unterstützung erhält HSN im Bereich Informationssicherheit übrigens gleich doppelt: Von der WAGNER AG im Rahmen ihrer systemnahen Cyber Security Services sowie durch das spezialisierte Unternehmen Redguard. Die Zusammenarbeit funktioniert dabei aus Sicht von Stiep sehr gut und ermöglicht es, das Thema IT-Sicherheit sowohl strategisch als auch operativ kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Eine Datenbasis für alles
Neben dem Thema IT Sicherheit ist aktuell die Digitalisierung und dabei insbesondere das Datenmanagement die zweite zentrale Herausforderung für Stiep und sein Team. Ziel der HSN ist es, eine „Single Source of Truth“ zu schaffen, also eine zentrale, verlässliche Datenbasis für sämtliche Unternehmensprozesse. Damit sollen Datenqualität und Effizienz gesteigert sowie Fehler durch Mehrfacherfassungen oder manuelle Abgleiche vermieden werden.
Ein konkretes Beispiel ist der Umgang mit Personaldaten: Diese werden heute aus dem HR System exportiert, in einem Data Warehouse konsolidiert und für verschiedene Prozesse bereitgestellt. Dadurch arbeiten alle Bereiche mit denselben, aktuellen und geprüften Daten – nachvollziehbar, konsistent und datenschutzkonform. Früher wurden entsprechende Informationen oft in Excel-Dateien exportiert und per E Mail verteilt, was zu Inkonsistenzen und Fehlern führte.
Unterstützt wird die HSN bei diesen Vorhaben durch das Business Engineering Team der WAGNER AG, das sowohl auf strategischer wie auf operativer Ebene eingebunden ist. Insbesondere im Umfeld der Microsoft Power Platform entstehen dabei neue Lösungen, um Daten besser zu verknüpfen und Prozesse effizienter zu gestalten, einschliesslich BI-Reports. Um Kapazitätsengpässe zu überbrücken, wurden zudem Teile des Application Managements ausgelagert.
Parallel dazu hat HSN gemeinsam mit der WAGNER AG ein Enterprise Architecture Management (EAM) aufgebaut. Das gemeinsam erarbeitete EAM schafft Transparenz über Systeme, Prozesse und Abhängigkeiten und sorgt für eine einheitliche, strukturierte Dokumentation. Damit erleichtert es laut Stiep die Kommunikation mit den Fachbereichen und hilft, die gewachsene Komplexität zu meistern. Mit anderen Worten: Die IT verfügt mittlerweile über die nötige Basis, um die Digitalisierung und künftige Anforderungen aus den Fachbereichen effektiv zu unterstützen.
Daten, KI und Netzwerksouveränität
Die Digitalisierung wird, neben der Sicherheit, in den kommenden ein bis zwei Jahren ebenfalls ein zentrales Thema bei der HSN bleiben. „Um das Data Driven Enterprise zu fördern, bleibt die Zentralisierung im Datenmanagement eines der wichtigsten Projekte", erklärt Stiep. Gleichzeitig will man konkrete Schritte im Bereich KI machen: „Die Grundlagen sind geschaffen. Jetzt geht es darum, Anforderungen und Use Cases zu definieren, die über die bekannten Copilot-Funktionen hinausgehen und diese anschliessend umzusetzen."
Darüber hinaus steht das Thema Netzwerksouveränität auf der Agenda. Ziel ist es, die drei bestehenden Netzwerke künftig auf einem einheitlichen Level betreiben zu können. Parallel dazu soll das Servicemanagement weiter verbessert werden. Auch ein ERP Re-Engineering wird die IT in den nächsten Monaten stark fordern und zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung geben.
Kurz: Die IT der HSN bleibt in Bewegung. Umso wichtiger ist ein Partner, der nicht nur den stabilen Betrieb von Standard-Services wie Infrastruktur, Workplace oder Support sicherstellt, sondern ebenso bei immer wichtiger werdenden, strategischen Themen wie Digitalisierung, Cybersecurity, und KI unterstützt. Die Erfolgsfaktoren bleiben dabei dieselben: Flexibilität, Nähe, technisches Know-how und gegenseitiger Respekt.